Das brachliegende Zollamtsareal

Urlauber, die heute nach stundenlanger Autofahrt auf dem Zollamtsgelände eine Vignette kaufen müssen und sich schon darauf freuen, den ersten Halt auf österreichischem Terrain mit einer längeren Pause zu kombinieren, bekommen einen ziemlichen Dämpfer versetzt. Von der oft gepriesenen Schönheit der Natur und Bergwelt Vorarlbergs ist wenig zu spüren. Außer öder, betonierter Fläche und einem 70er-Jahre-Komplex an Zollamtsgebäuden hat das Areal wenig zu bieten. Der Vignettenverkauf erinnert an einen Bankschalter. Wer kein Bargeld hat, muss aber anders als bei einem Geldinstitut unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Und die Toiletten im Seitentrakt sind auch nicht einfach zu finden.

Seit am 1. Dezember 1997 die Grenzkontrollen zwischen Österreich und Deutschland weggefallen sind, liegt das Areal ziemlich verwahrlost da. Es wird nur zum Teil für Zolldeklarationen und Vignettenverkauf genutzt. Lkw-Lenker fahren die 31.000 Quadratmetern betonierte Fläche dennoch gerne an, da sie sich hier bei vollen Stellplätzen auch mal kreuz und quer breit machen können, weil sich niemand zuständig fühlt. Mehr als 35 Lastkraftwagen gleichzeitig lassen sich hier an vielen Tagen zählen. An Spitzentagen sogar bis zu 80. Ihre Fahrer hinterlassen beim Abschied oftmals Zigarettenkippen, Müll und Ölpfützen – eine Situation, wie es sie bei einem überwachten Parkplatzbewirtschaftungskonzept nicht geben würde. Dieses bringt die Raststation Hörbranz mit sich, die das Areal nach über einem Jahrzehnt nach Wegfall seiner Funktion in der Grenzkontrolle wieder einer umfassenden nachhaltigen Nutzung zuführt.

Nachdem viele Jahre ein Gewerbepark mit eigener Autobahnanbindung diskutiert wurde und der Großteil des Geländes über die Jahre verfiel, schrieb die ASFINAG im Dezember 2009 für das in ihrem Besitz befindliche Gelände eine Raststation aus. Eine Nachnutzung, die Sinn macht. Schließlich müssen hier bereits heute täglich im Durchschnitt mehr als 3.000 Pkw abfahren, um sich eine Vignette zu besorgen. Viele von ihnen würden bei diesem erzwungenen Halt gerne das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden – sprich zusätzlich Tanken und eine Erfrischungspause einlegen. Das soll in Zukunft möglich sein.
Deshalb wird hier nach mehr als zehn Jahren eine Raststation errichtet, die hinsichtlich Architektur und sparsamer Ressourcennutzung Maßstäbe setzen wird – und damit ein Leuchtturmprojekt, das die Region würdevoll repräsentiert.